Die Vertrauenslehrer am HJK

Wenn im Schulalltag Konflikte oder Probleme auftreten, dann ist das nichts Ungewöhnliches, weil es dort, wo Menschen zusammen arbeiten, immer auch zu Meinungsverschiedenheiten oder Differenzen kommen kann. Aber auch Probleme aus dem Elternhaus werden mit in die Schule genommen und können das Leben eines Schülers oder einer Schülerin sehr beeinträchtigen. Hier gilt zunächst der Grundsatz: Versuche zunächst, das Problem selbst zu lösen! Jedoch lässt sich manches nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen. Dann braucht man Hilfe, die wir Euch anbieten können.

Wie erhalte ich Hilfe?

Geht es um Probleme mit anderen Mitschülern, können die Vertrauensschüler und Vertrauensschülerinnen an unserer Schule um Unterstützung gefragt werden. Sie sind in der Streitschlichtung ausgebildet und kennen Methoden, wie sie zusammen mit allen Parteien nach einer Schlichtung des Konfliktes suchen.

Geht es um Probleme mit einem Fachlehrer, soll im ersten Schritt versucht werden, das Problem durch ein Gespräch mit dem Fachlehrer selbst zu lösen. Jeder Kollege und jede Kollegin am Hermann - Josef - Kolleg ist sofort einverstanden, Probleme gemeinsam mit dem betroffenen Schüler zu besprechen und zu lösen. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, kann das Problem mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin besprochen werden. Sollte auch dies nicht zur Problemlösung führen, kann das folgende Ursachen haben:

  1. Das Problem wurde vom Klassenlehrer nicht zur Zufriedenheit des Schülers gelöst.
  2. Das Problem bezieht sich auf den Klassenlehrer.
  3. Ein Mädchen möchte ihr Problem nicht dem Klassenlehrer, ein Junge nicht sein Problem der Klassenlehrerin sagen.
  4. Ein Schüler der Sekundarstufe II hat ein Problem, das er nicht mit seinem Tutor klären kann, weil es ihn betrifft.

Neben diesen beispielhaften Fällen gibt es noch viele individuelle Gründe, den Vertrauenslehrer und die Vertrauenslehrerin aufzusuchen. Jeder Schüler, jede Schülerin, die sich an den Vertrauenslehrer, die Vertrauenslehrerin wendet, kann sicher sein, dass alles, was gesagt wird, mit äußerster Diskretion behandelt wird. Die Gespräche finden in einer Atmosphäre des Vertrauens statt, hinter verschlossenen Türen. Was hinter diesen Türen besprochen wird, geht nicht nach draußen, außer es wird vom Schüler, der Schülerin gewünscht, dass bestimmte Mitteilungen genannt werden. Zusammen mit dem Schüler, der Schülerin wird nach einer Lösung des Problems gesucht. Bei manchen Problemen müssen Informationen eingeholt werden, was auch sehr diskret vollzogen wird. Eine Problemlösung lässt sich nur erreichen, wenn man als Vertrauenslehrer, Vertrauenslehrerin versucht, sich ein möglichst zutreffendes Bild der gesamten Situation zu machen, um dann mit allen beteiligten Parteien, wenn möglich an einem runden Tisch, zu einem Konsens, zu einer Einigung zu gelangen. Der Vertrauenslehrer, die Vertrauenslehrerin kann hierbei auch die Rolle der Moderation übernehmen, um eine gleichberechtigte Diskussion zu leiten. Der Vertrauenslehrer und die Vertrauenslehrerin haben eine verantwortungsvolle Funktion, die von Vertrauen, Rücksicht und Diskretion geprägt ist und ihre Arbeit spielt sich daher völlig unspektakulär im Hintergrund des Schullebens ab.

Regine Wollgarten (Vertrauenslehrerin) und Heiner Schmidt (Vertrauenslehrer)