Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld & Collège Episcopal de Zillisheim

Le collège Episcopal de Zillisheim – Das Collège Episcopal in Zillisheim
La cour du Collège Episcopal – Der Schulhof des Collège Episcopal
Der Pausenhof mit Eingang zum Schülerrestaurant
La cantine des élèves – Der Speisesaal der Schüler

Geschichte und Eckdaten des Austauschs

Angeregt durch die Eltern ehemaliger Schüler, das Ehepaar Andermahr, knüpften wir im April 1995 erstmalig Kontakte zu unserer heutigen Partnerschule im Elsaß, dem Collège Epsicopale de Zillisheim. Das Elsaß liegt im Nord-Osten Frankreichs. Zillisheim ist eine kleine Ortschaft, die sich ca. 7 Km südlich von Mulhouse (Mülhausen) befindet. Die Region "Alsace" besteht aus zwei Départements (Verwaltungskeisen) mit den Départementnummern 67 (le Bas-Rhin) und 68 (le Haut-Rhin). Zillisheim gehört dem Département le Haut-Rhin an. Nach ersten telephonischen Absprachen zeigten die Franzosen sehr schnell Interesse an einem regelmäßigen Schüleraustausch mit dem Hermann-Josef-Kolleg und so fuhren Frau Langen und Herr Schmidt in den Osterferien 1995 nach Zillisheim, um vor Ort mit den Franzosen die Einzelheiten eines Austausches in Ruhe abzusprechen. Schon im kommenden Jahr 1996 fand die erste Begegnung einer Troisième mit unseren Schülern der Klassen 9 und 10 statt und gehört seither zum regelmäßigen Programm eines Schuljahres. Seit 2005 führen wir den Schüleraustausch in Zillisheim mit einer sogenannten Classe européenne der Stufe Troisième durch. Dies sind in Zillisheim bilinguale Klassen, die Deutsch als erste Fremdsprache erlernen und die in der deutschen Sprache ebenfalls in Fächern wie Geschichte oder Geographie fachübergreifend unterrichtet werden. Die Stufe Troisième bezeichnet in Frankreich die Abschlussklasse des Collège, das in Deutschland unserer Mittelstufe entspräche. Von daher nehmen auf unserer Seite per se die Klassenstufen 8 und 9 am Austausch teil, da diese vom Alter her der französischen Troisième entsprechen. Die Teilnahme am Schüleraustausch mit Zillisheim erfolgt auf rein freiwilliger Basis, d.h., dass niemand, der sich in Klasse 6 oder Klasse 8 für das Fach Französisch entschieden hat, gezwungen ist, am Austauschprogramm teilzunehmen. Das Interesse und die Nachfrage ist jedoch immer so groß, dass wir in der Regel 25 bis 30 deutsche Schüler haben, die pro Schuljahr einen französischen Gastschüler aufnehmen und nach Zillisheim fahren.

Ablauf eines Schüleraustauschs mit Zillisheim

1.) Kontaktaufnahme: Die französischen Schüler schreiben auf deutsch Briefe, in denen sie sich, ihre Familie und ihre Hobbies kurz vorstellen.

2.) Wir erhalten die Briefe im Sammelpaket, unsere Schüler lesen alle Briefe der Franzosen und suchen sich einen französischen Partnerschüler aus, der ihren Interessen entspricht.

3.) Unsere Schüler verfassen auf französisch Briefe, in denen sie sich ebenfalls vorstellen. Die Briefe werden als Sammelpaket zum Collège Episcopal de Zillisheim geschickt.

4.) Nun beginnt ein reger Briefaustausch oder eine Kommunikation über e-mail, während der man sich schon ein wenig kennen lernt.

5.) Da die Franzosen zuerst zu uns kommen, bereitet die Fachschaft Französisch das Programm für die Woche vor, in der uns die französischen Schüler mit ihren Lehrern besuchen (in der Regel ist dies im Monat März). In einem Elternbrief erfolgt eine Information über die Kosten des Austausches und eine Einladung zu einem Elternabend.

6.) Auf dem Elternabend (Anfang Januar) stellen wir in einem Vortrag das Collège Episcopal de Zillisheim und das Programm des Austausches in Steinfeld und in Zillisheim sowie die Zusammensetzung der Kosten vor. Ebenso wird über alle Formalien gesprochen wie zum Beispiel Ausfüllen und Abgabetermin der Anmeldebögen, Krankenversicherungsschein für Frankreich, kleine Gastgeschenke für die französischen Schüler und deren Eltern etc.

7.) Die Franzosen kommen für eine Woche (Montag bis Samstag) zu uns. Jeder französische Gastschüler wohnt während dieser Woche in der Familie seines deutschen Partnerschülers. Die Franzosen nehmen an 2 Tagen am Unterricht teil. In dieser Zeit findet auch ein Volleyballtournier zwischen Deutschen und Franzosen in der Sporthalle des Hermann-Josef-Kollegs statt. An 2 weiteren Tagen sind ganztägige Exkursionen geplant (in der Regel nach Aachen, Köln und Bonn). An 2 Nachmittagen und Abenden sind die deutschen Schüler und ihre Eltern für die Freizeitgestaltung verantwortlich. Die Woche schließt am Freitag Abend mit einer Party und Buffet im Schafstall (Festsaal) des Hermann-Josef-Kollegs ab, bevor die Franzosen am Samstag Morgen die Rückreise antreten.

8.) Am Ende des Schuljahres (in der Regel im Monat Juni) treten unsere Schüler den Gegenbesuch an und bleiben eine Woche in Frankreich (Montag bis Samstag). Jeder Schüler wohnt während dieser Woche ebenfalls in der Familie seines französischen Partnerschülers. Wir nehmen an 2 Tagen am Ganztagsunterricht teil. An einem dieser 2 Tage findet ein Sportwettkampf (Kanufahren) zwischen den französischen und den deutschen Austauschschülern statt. An 2 Tagen werden ganztägige Exkursionen nach Strasbourg (Straßburg) und nach Mulhouse (Mülhausen) durchgeführt. Am Abend vor unserer Rückreise wird im Collège Episcopal ein bunter Abend mit Buffet und Disko veranstaltet. Samstagmorgens treten wir die Rückfahrt nach Steinfeld an. Der Hin- und Rücktransfer erfolgt mit einem komfortablen Reisebus.

Zielsetzung der Partnerschaft

Der Sinn des Austausches mit unserer französischen Partnerschule ist es, unseren Schülern, die ab Klasse 6 Französisch als 2. Fremdsprache und ab Klasse 8 als 3. Fremdsprache erlernen, zu ermöglichen, Frankreich und seine Kultur aus eigener Anschauung kennen zu lernen und dabei die bereits erworbenen Sprachkenntnisse auszuprobieren und zu vertiefen. Dasselbe gilt für unsere französischen Gastschüler. Auch sie sollen während ihres Aufenthaltes in Steinfeld so viel wie möglich deutsch sprechen und unsere Kultur kennen lernen. Nur so können Schüler Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Ländern praktisch erfahren und einschätzen lernen und so einen aktiven Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft leisten, die einst ihre Gründerväter Adenauer und De-Gaulle mit dem Ziel des Zusammenwachsens Europas ins Leben riefen. Der Austausch soll den Schülern auch die Möglichkeit eröffnen, sich in den Ferien gegenseitig zu besuchen und eventuell längerfristige Freundschaften mit den französischen Schülern zu schließen.

Heiner Schmidt