Konzept zur Pastoral- und Seelsorgearbeit am HJK

Seelsorge erfasst die Dimension des Menschen (hier Schüler, Lehrer, weitere Mitarbeiter, Eltern), die sich nicht in Tätigkeit, Leistung oder Verhalten erschöpft, diese aber wesentlich beeinflusst. Im Zusammenhang mit Glaube/Religion/Kirche ist die Sorge oder das Kümmern um die Seele des (Mit-)Menschen eines der wichtigsten Anliegen.

Zur Seelsorge bedarf es einer intensiveren zwischenmenschlichen Beziehung, in der vertrauensvoll miteinander umgegangen wird und eine Öffnung auch für heikle Themen möglich ist. Manche Dinge bleiben lieber ungesagt vom Betroffenen, selbst wenn die Auswirkungen auf Leistung und Verhalten sehr auffällig sind. Ein erster, eher anonymer Zugang kann über ein bestimmtes Unterrichtsthema stattfinden: Bsp. Religion: Freundschaft/Liebe/Ehe, Sucht, Leistung - Bsp. D: Streitkultur - Bsp. Bio: Drogen - Bsp. E/Ek: fremde Kulturen - usw. Dabei können Hinweise zu außerschulischen Beratungsstellen bei größeren Problemen schon eine Hilfestellung bedeuten. In Fächern wie Sprachen oder Mathematik gehört es schon zu Seelsorge in einem weiteren Sinne, schwächere (oder besonders begabte) Schüler mit ihrem Bedarf an Förderung zu unterstützen (s. Förderkonzept).

Ebenfalls im unterrichtlichen Kontext verankert sind die Elemente des Lions Quest - Programms, die besonders in den unteren Klassen zum Einsatz kommen und hier bei uns sicher noch einen deutlich christlichen Akzent bekommen. Bei Themenfeldern wie Streit und Mobbing sind vielfach die Klassenlehrer erste Anlaufstelle für Schüler und Eltern. Je besser das Vertrauensverhältnis entwickelt ist, desto eher können Probleme besprochen und Lösungen gefunden bzw. angegangen werden. Wandertage und Klassenfeiern werden insbesondere in der Unterstufe zur Entwicklung des Vertrauensverhältnisses veranstaltet. Hier kommt oft schon ein religiöser Bezug in unterschiedlicher Form zur Geltung. Weitere Lehrer der Klasse (z.B. Bio, Rel, Mu, Ku) können gelegentlich als eher unabhängige Instanzen eine wichtige Rolle spielen.

Einen bedeutsamen Beitrag und eine Entlastung der Klassenlehrer bietet die Streitschlichtungs-AG, in der einige speziell geschulte Schüler sich um bestimmte Konflikte kümmern. Einige Probleme werden von den Buspaten (ältere Sch. für neue Sch. der Klassen 5) aufgefangen oder weitergeleitet. Die SV kümmert sich um besondere Interessen der Schüler z.B. für die Karnevalsveranstaltung. Insgesamt pflegen wir am HJK besonders die vertrauensvolle Gesprächsbereitschaft und Zusammenarbeit, schon auf Grund des Ansatzes in christlicher Nächstenliebe im Sinne des salvatorianischen Geistes. (vgl. Schulprogramm, Schulprofil)

 

Zur Seelsorge im engeren, religiösen Sinne gehört der für alle Klassen und Schüler verpflichtende Religionsunterricht mit der Vorbereitung von Gottesdiensten in Gruppen von 1-2 Klassen und die Teilnahme an stufenübergreifenden Gottesdiensten vor Weihnachten, zum Aschermittwoch, zum Hermann-Josef-Tag und vor den Sommerferien, immer auch von Schülern textlich und/oder musikalisch mitgestaltet (s.Gottesdienst-Plan-Beispiel). Bei der Einschulung, der Abifeier oder größeren Schulfesten ist der Gottesdienst unverzichtbarer Bestandteil und besonders auf den Anlass hin vorbereitet.Derzeit befinden wir uns noch in der glücklichen Lage, mit zwei Salvatorianer-Patres zusammenarbeiten zu können, was die regelmäßige Eucharistiefeier ermöglicht. Unabhängig davon ist und bleibt die Gestaltung von Gottesdiensten ein wichtiger Bezugspunkt im Schulleben.

Darüber hinaus pflegen wir das morgendliche Schulgebet und immer wieder Besinnungen und Meditationen zu verschiedenen Zeiten und Themen. Dabei lassen sich einige Probleme auf einer anderen Ebene ansprechen. Die örtlichen Gegebenheiten ermöglichen gelegentliche Besuche in Kirche und Kloster, beim Labyrinth oder auf dem Friedhof, immer wieder Anlass zu Gesprächen und sehr persönlichen Aussagen. Auf besondere Ereignisse des Weltgeschehens, z.B. Katastrophen, können wir kurzfristig mit einer Veranstaltung in der Aula reagieren, die wiederum den Befindlichkeiten aller Rechnung trägt und im christlichen Glauben verarbeitet wird.

Immer wieder finden religiöse Angebote statt, seien es Meditationen oder Besinnungstage oder ein Wochenende für Messdiener oder eine 72-Stunden Aktion etc. Veranstaltungen für die ganze Schule wie der Hermann-Josef-Tag mit dem Spendenlauf und dem Vortrag aus der Salvatorianer-Mission oder der Besuch der Missio-Gruppe sollen den Blick für die Sorgen und Nöte der Menschen in der Welt weiter öffnen. Kleinere Unternehmungen wie etwa der Schöpfungspfad oder Aktionen im Projekt Nationalparkschule schärfen den Blick auf die Verantwortung für Gottes Schöpfung. Dabei entstehen gelegentlich Ideen zu weiteren Aktionen im Klassenverband für andere Menschen. Eine besondere Verbindung pflegen wir zur Partnerschule nach Indien. Bei all diesen Aktionen geht es letztlich darum einzuüben, was es heißt sich zu kümmern.

Pater Heinrich Mühlbauer SDS ist derzeit Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Angehörige in seelsorgerischen Belangen. Er sucht den Kontakt im Unterricht und auf Fahrten und steht bei Fragen zur Verfügung.

 

Persönliche pyschologische oder soziale Probleme, familiäre Schieflagen, schwere Krankheit, Trauerfälle, Probleme mit Süchten gehen zwar oft über unsere konkreten Hilfsmöglichkeiten hinaus, aber mit einem offenen Ohr lassen sich vermittelnde Hilfen durchaus bieten. Das beginnt damit, dass die Weitergabe von Unterrichtsmaterial an fehlende von den Mitschülern eingefordert wird, jegliche Dirkriminierung unterbunden wird oder dass der Unterricht verhinderter Kollegen mit großer Selbstverständlichkeit vertreten wird. Es geht weiter mit der Arbeit von Klassen- und Vertrauenslehrern, Sanitätsdienst/Streit-schlichtung/Schülervertretung/Elterngremien/Schulgremien  (z.B.Förderverein bei finanziellen Problemen). Über die Schulleitung hinaus lässt sich Kontakt herstellen mit Jugendamt und Polizei (- im Bereich Prävention besteht die Zusammenarbeit schon). Aber im Sinne der Seelsorge ebenso wichtig ist der Kontakt zu den Priestern des Klosters vom Gespräch bis zu Beichte, Hochzeit, Taufe, Krankensalbung.

Vertrauen, Offenheit, Gesprächsbereitschaft kosten Zeit, die nicht im Lehrplan steht, die wir aber - bis auf besondere Einzelfälle - auch nicht gleich an externe Kräfte abtreten möchten, sondern gerne selbst investieren.

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