28.12.2019 2019/2020, 1. Halbjahr

Wie finanziert sich unser Staat?

Am Montag, den 2. Dezember 2019 kam Herr Müller vom Finanzamt den Sozialwissenschaftskurs der Q2 besuchen, um zwei Schulstunden lang die Schülerinnen und Schüler über die Steuern aufzuklären. Anlass dafür waren viele Beiträge auf Facebook von ehemaligen Schülern, welche sich darüber beschwert haben, dass sie gelernt haben, wie man verschiedene mathematische Gleichungen auflöst, jedoch nicht, wie man eine Steuererklärung ausfüllt.
Der Vortrag wurde von den Schülerinnen und Schülern sehr positiv aufgenommen und alle haben sich rege beteiligt.
Als erstes sollten die Schüler den Begriff „Steuern“ definieren. Schlussendlich sind Sie dazu gekommen, dass Steuern Geldleistungen der Einwohner an einen Staat sind, für die es keine direkten Gegenleistungen gibt. Die gezahlten Steuern werden genutzt um Dinge, wie beispielsweise Gehälter von Beamten, unsere Straßen, unsere Schulen, Gefängnisse und vieles mehr zu finanzieren.
Als nächstes sollten die Schülerinnen und Schüler aufzählen, was für Steuern sie kennen. Genannt wurde beispielsweise die Mehrwertsteuer, die Umsatzsteuer (wobei später klar wurde, dass das im Grunde auf dasselbe hinausläuft), die Einkommenssteuer und noch einige mehr. Daraufhin hat Herr Müller den Schülerinnen und Schülern erklärt, dass Steuern wie die Umsatzsteuer steigen, die Tabak- und Abgeltungssteuern sinken.
Daraufhin haben die Schülerinnen und Schüler gezeigt bekommen, wie ein Steuerbescheid aussieht und wie er ausgefüllt wird.
Als nächstes hat Herr Müller aufgezeigt, dass wir mehr an die Sozialversicherungen bezahlen als an Steuern. Die Höhe der Steuern hängt von der Höhe des Einkommens ab. Der höchste Steuersatz liegt bei 45%, die sogenannte Reichensteuer. Der niedrigste liegt bei 0%, dies trifft auf alle Steuerbürger zu, die weniger als 9000 Euro/Jahr verdienen. Während den Angestellten die Steuer vom Lohn abgezogen wird, müssen Unternehmer selbst schauen, dass sie ihr verdientes Geld selber korrekt besteuern, was nicht immer einfach ist.
Daraufhin haben die Schülerinnen und Schüler mit viel Spaß an einem kleinen Quiz teilgenommen, bei welchem sie bestimmen mussten, wie viel Prozent Umsatzsteuer auf welches Produkt gezahlt werden muss. In den meisten Fällen ist dies auch gut gelungen, beispielsweise haben sie korrekt erkannt, dass auf Grundlebensmittel wie Wasser 7% Steuern gezahlt, auf „Luxusgüter“ wie Sprudelwasser jedoch 19% Steuern gezahlt werden müssen. Dennoch hat sich im Laufe dessen herauskristallisiert, dass vieles in der Steuergesetzgebung jeglicher Logik wiederspricht.
Eines der letzten Themen des Vortrages war die sogenannte Steuergerechtigkeit. So müssen Familien mit beispielsweise drei Kindern weniger Steuern bezahlen bzw. bekommen Transferleistungen vom Staat in Form von Kindergeld. Spenden zum Beispiel können auch, bei Nachweis, von den Steuern begünstigt werden.
Der vorletzte Themenpunkt war die Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung. Hier wurden die Schüler deutlich davor gewarnt, da solche illegalen Aktivitäten häufiger angezeigt werden, als man glauben mag. Es wird davon ausgegangen, dass circa 125 Milliarden Euro jedes Jahr an Steuern hinterzogen werden.
Zum Schluss wurde den Schülerinnen und Schülern aufgezeigt, wie ein Duales Studium beim Finanzamt aussieht, um eventuell doch noch Schülerinnen und Schüler für ein solches begeistern zu können.
Damit war der Vortrag beendet, es gab keine offenen Fragen und die Schülerinnen und Schüler konnten pünktlich zum Klingeln die nächste Unterrichtsstunde beginnen.  (Leonard Raspe)

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